Bürger*innen im Lockdown – Auswirkungen auf die zukünftige Planung im sozialen Bereich

An Herrn Oberbürgermeister
Peter Boch
Neues Rathaus
75158 Pforzheim

Pforzheim, den 20.06.2021

Bürger*innen im Lockdown – Auswirkungen auf die zukünftige Planung im sozialen Bereich

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Boch,

die Gemeinderatsfraktion der Grünen Liste stellt den

Antrag:

Der Gemeinderat beschließt, die Verwaltung wird beauftragt, vor den Haushaltsberatungen die Auswirkungen der Corona – Maßnahmen auf die physische und psychische Gesundheit in den unterschiedlichen genannten Gruppierungen der Bürger*innen detailliert zu analysieren, mögliche Zusammenhänge herzustellen und mit konkreten Angeboten entgegenzusteuern, um die Zunahme der Fallzahlen zu verhindern.

Begründung:

Im Jahresbericht des Jugend- und Sozialamtes wird in den unterschiedlichen Bereichen die Auswirkungen der Pandemie beschrieben. Die Belastungen der Menschen waren und sind noch sehr hoch. In diesem Bericht wird in verschiedenen Teilen erläutert, welche Einschränkungen getroffen werden mussten und wo, zusätzliche Bedarfe jetzt schon sichtbar werden. Genannt werden hierbei, beispielsweise:

  • Schon 2020 wird deutlich, dass viele Familien mit ihrer Lebenssituation nicht fertig geworden sind, dieses zeigt sich besonders in der Arbeit des Sozialen Dienstes.
  • Die Anzahl der Verfahren zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung ist deutlich angestiegen, sowie die Fälle der häuslichen Gewalt ohne die Dunkelziffer zu kennen. Das gesamte Ausmaß der Nöte ist wohl erst ersichtlich, wenn Schule und Kita wieder im „Normalbetrieb“ in Präsenz laufen.
  • Die Zahl bestimmter Hilfen wie etwa der sozialpädagogischen Familienhilfe hat zugenommen.
  • Die Zugänge und Chancen im Bereich Bildung, Gesundheit und kulturelle Teilhabe verschärften sich durch die Pandemie nochmal.
  • Im Integrationsmanagement konnten nicht alle gewünschten Schritte zur Teilhabe der Einzelnen durchgeführt werden. Der Zugang zu Sprache wurde erschwert.
  • Die Arbeit der offenen Kinder- und Jugendarbeit musste erhebliche Einschränkungen hinnehmen.
  • Die Jugendhilfeplanung musste zahlreiche Veranstaltungen absagen oder umplanen.

Diese Beispiele zeigen auf, dass in Bezug auf die bevorstehenden Haushaltsberatungen, die Auswirkungen der Pandemie auf die sozialen Bereiche der Stadt Pforzheim Berücksichtigung finden müssen.
Betrachten wir nur mal den Bereich der Zugänge und Chancen im Bereich Bildung, Gesundheit und kulturelle Teilhabe. Viele Menschen hatten keinen Zugang. Verschärft sich dazu zum Beispiel die Kinderarmutsquote nochmal, die in Teilen Pforzheims ja jetzt schon hoch ist? Welche Defizite sind entstanden ohne ausreichenden Zugang zu Bildung und kultureller Teilhabe? Wie steht es um die gesundheitlichen Faktoren ohne sportliche Aktivitäten? Welche zusätzlichen Aufgaben kommen auf die unterschiedlichen Bildungsinstitutionen wie Schule, Kita, Familienzentren, offene Kinder- und Jugendarbeit etc. pp. zu?
Aus dem Bericht des Jugend- und Sozialamtes könnten noch eine Vielzahl von Fragestellungen aufgeworfen werden, daher sehen wir hierzu den dringenden Handlungsbedarf diesen zu analysieren und zusätzliche Bedarfe zu ermitteln und aufzuzeigen.

Mit freundlichen Grüßen,

Axel Baumbusch            Emre Nazli                      Petra Bösl

Stadtrat                        Stadtrat                          Stadträtin

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