Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität

An Herrn Oberbürgermeister
Peter Boch
Neues Rathaus
75158 Pforzheim

Pforzheim, den 21.10.2019

Umstellung des städtischen Fuhrparks auf  E-Mobilität

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Boch,

die Gemeinderatsfraktion der Grünen Liste stellt den

Antrag:

Der Gemeinderat beschließt, die Verwaltung wird beauftragt,

in die Elektromobilität einzusteigen und bei allen neuanzuschaffenden PKWs darzulegen, was ein Elektroauto im Vergleich zu einem Fahrzeug mit einem Verbrennungsmotor kosten würde. Der gesamte städtische Fuhrpark soll sukzessive auf E-Fahrzeuge umgestellt werden. Davon ausgenommen sollten wenige Benzin- oder Dieselfahrzeuge sein, die weiterhin für Langstreckenfahrten zur Verfügung stehen, sowie die Spezialfahrzeuge der Technischen Dienste.

Begründung:

Die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität ist für den Klimaschutz dringend erforderlich.

Elektromotoren haben eine höhere Energieeffizienz. Sie arbeiten drei bis vier Mal effizienter als Verbrennungsmotoren und senken damit den Energieverbrauch. Es entstehen weniger Emissionen bei Deckung des Energiebedarfes aus erneuerbarer Energie wie Wind, Wasser, Biomasse oder durch Photovoltaik.

Je nach Energiequelle entstehen bis zu 80% weniger Treibhausgase (CO2), insgesamt weniger Schadstoffemissionen (Feinpartikel, CO, NOx, SO2).

Dem Lärmaktionsplan kommt ein Elektroauto entgegen, denn Elektromotoren sind sehr leise und verursachen deutlich weniger Lärm.

Durch eine hohe Anfahrtsbeschleunigung erreichen Elektromotoren ein wesentlich höheres Anfahrtsdrehmoment als Verbrennungsmotoren und sind dadurch gerade beim Wegfahren und Beschleunigen in niedrigen Geschwindigkeiten besonders leistungsfähig! Dazu kann Energie beim Bremsen gewonnen werden, indem der Motor als Generator betrieben und die produzierte Energie in der Batterie gespeichert wird.

Die Diversifizierung der erneuerbaren Energieträger für die Elektromobilität führt zu einer breiteren Ressourcenbasis, wodurch die Energieversorgung flexibler gestaltet werden kann und weniger anfällig für Störungen und Preisschocks ist. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, insbesondere Öl, verringert sich.

Durch den niedrigeren Energiebedarf sind die Betriebskosten deutlich geringer als bei herkömmlichen Fahrzeugen. Der Strom für 100 km mit einem Elektroauto bei einem Durchschnittsverbrauch von 15 kWh / 100 km kostet damit lediglich ca. EUR 3,- bzw. EUR 300,- für den Jahresbetrieb mit 10.000 km. Auch die Wartungskosten sind geringer als bei herkömmlichen Fahrzeugen. Elektromotoren haben außer dem Rotor und dem Untersetzungsgetriebe keine beweglichen Teile und haben daher einen geringen Verschleiß und sind beinahe wartungsfrei. Außerdem entfällt die bei fossil angetriebenen Fahrzeugen erforderliche Abgasnachbehandlung bei Elektrofahrzeugen zur Gänze.

Elektrofahrzeuge werden steuerlich bevorzugt. Die reinen Anschaffungskosten für ein Elektrofahrzeug liegen derzeit meist noch über den Kosten eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor. Um diese hohen Kosten teilweise abzufedern, bietet die Bundesregierung ein Förderungsprogramm. Elektroautos schaffen derzeit Distanzen von etwa 150 bis 300 km, manche Modelle sogar über 500 km. Damit sind sie für ca. 90% aller Fahrten geeignet.

Für alle Langstreckenfahrten sollten einige wenige Benzin- oder Dieselfahrzeuge in der städtischen Flotte bleiben. Am sinnvollsten wären hier langfristig Fahrzeuge mit einer Hybridtechnologie einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Baumbusch            Emre Nazli                      Petra Bösl

Stadtrat                        Stadtrat                          Stadträtin

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