PZ: Radfahren bewegt die Gemüter

 Der Fachausschuss berät über mehrere Anträge zur alternativen Mobilität.

Radfahren bewegt die Gemüter

  Radwege, E-Bikes und Ladestationen sollen den Aufschwung bringen.

MARTINA SCHAEFER | PFORZHEIM

Gefährlich: Radfahrer auf der St. Georgen-Steige in Richtung Buckenberg-Haidach teilen sich die den steilen Anstieg mit den Autofahrern. Foto: Meyer

Die Mitglieder des gemeinderätlichen Planungs- und Umweltausschusses beschäftigen sich am Mittwoch, 20. März, gleich mit fünf Anträgen zur Verbesserung des Radverkehrs. Die Anträge hatten die Grüne Liste, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und WiP/Die Linke gestellt.

Radweg von der Kernstadt

zum Haidach:

Damit soll der Stadtteil für seine mehr als 24000 Bewohner und 6000 Studenten der Hochschule besser per Fahrrad erreichbar werden und die steile Sankt-Georgen-Steige vom Radverkehr entlastet und die Sicherheit erhöht werden. Die Prüfung der Verwaltung ergab: Ein Radweg auf der Gesellstraße sei grundsätzlich machbar und auch Bestandteil des Radverkehrskonzept Pforzheim 2013. Eine Umsetzung sei jedoch erst nach Herstellung der Hauptverbindungen in der Innenstadt sinnvoll.

Zum einen berge ein isolierter Radweg, ohne Anschluss an ein funktionierendes Wegenetz, ein hohes Gefährdungspotenzial, heißt es. Zum anderen gebe es über den beleuchteten Römerweg bereits eine sichere Rad- und Fußwegverbindung direkt zum Haidach. Dieser sei eine gute Alternative zur Gesellstraße und werde auch gerne als Solche genutzt. Nach Schaffung der im Konzept vorgesehenen Hauptverbindung über die Sankt-Georgen-Steige sei eine Direktverbindung über die Gesellstraße ein folgerichtiger Netzlückenschluss.

Schnellstmögliche

Schaffung eines zusammen-

hängenden Radwegenetzes:

Die Verwaltung hat den kompletten Umbau der westlichen Radachse im Haushalt 2019/2020 beantragt, um sowohl für die Nutzer als auch für die Anwohner in der Westlichen-Karl-Friedrich-Straße Verkehrssicherheit mit besserer Qualität zu schaffen.

Außerdem plant sie im laufenden Jahr folgendes: Die Errichtung eines Radkäfigs (Bahnunterführung West), die Errichtung eines Radabstellangebots in einer Tiefgarage, das Realisieren weiterer Stellplätze in der Innenstadt, das Installieren von Piktogrammen entlang der Nagoldroute und eine Querungsmöglichkeit von der Jahnstraße auf die Südseite der Enz. Die Westliche-Karl-Friedrich-Straße soll in den Jahren 2020 bis 2022 komplett umgebaut werden und die Radachse Nord/Süd (Heinrich-Wieland-Allee / Ebersteinstraße / Zähringerallee) soll gestärkt werden.

Förderung des

E-Bike-Verkehrs

Die Recherche der Stadt zeigt, dass die kommunalen und landeseigenen Förderangebote in Hinblick auf E-Bikes in der Regel in größere E-Mobilitäts-Förderpakete eingebunden und häufig auf bestimmte Personengruppen beschränkt sind. Ein Augenmerk sei dabei auch auf E-Lastenfahrräder gerichtet. Mit der Förderung von E-Mobilität sei das Angebot öffentlicher Ladestationen eng verknüpft. Die Stellplatzanlage in der westlichen Unterführung am Bahnhof werde demnächst fertiggestellt und sei ein erster Schritt, der E-Bike-Entwicklung in Pforzheim gerecht zu werden. Insgesamt würden über 80 Abstellplätze, jeder zweite mit Stromanschluss, zur Verfügung stehen. Darüberhinaus würden auch abschließbare Ladeschränke für E-Bike-Akkus angeboten werden.

An weiteren Stellen in der Stadt sollten Abstell- und Auflademöglichkeiten installiert werden, wie etwa in der Rathaustiefgarage, am Wildpark, am Vicenzaplatz, in Brötzingen. Die Einrichtung einer E-Bike-Förderung solle in ein umfassendes kommunales Mobilitätsmanagement einbezogen werden. Eine solche Planung sei derzeit in Arbeit. Die Verwaltung wolle eine auf Pforzheim zugeschnittene Förderung erarbeiten, die auf E-Bike-Lastenfahrräder beschränkt sei und insbesondere junge Familien und Gewerbetreibende berücksichtige.

Hochbordradwege

in Pforzheim

Die Grüne Liste hätte gerne eine Ergänzung des Radwegsnetzes durch Hochbordradwege. Dadurch soll ein größeres Sicherheitsgefühl erreicht werden. Es sind Radwege, die auf derselben Höhe wie Gehwege angelegt werden.

Fahrradverleihsysteme

Im Haushalt 2019/2020 sind laut Verwaltung keine Mittel für ein Verleihsystem vorgesehen. Falls es von Seiten des Gemeinderats grundsätzlich gewünscht sei, würden die erforderlichen Mittel im nächsten Haushalt angemeldet und die Grundlagen für eine Ausschreibung vorbereitet. Die Verwaltung geht davon aus, dass sich bis dahin weitere Anbieter auf dem Markt etabliert haben. Eine Anfrage beim Anbieter nextbike hat folgende Empfehlung für die Goldstadt ergeben: Zehn Stationen mit insgesamt 60 Rädern und vier Stationen mit insgesamt 20 E-Bikes. Eine Ausweitung wäre denkbar.

Als Standorte kommen Orte im Bereich des Bahnhofs, des Leopoldplatzes, des Waisenhofplatzes und des Marktplatzes in Frage. Die Bereitstellungskosten beliefen sich auf 220 000 Euro, die jährlichen Betriebskosten auf 75000 Euro.

Quelle: Pforzheimer Zeitung

Kommentare sind deaktiviert